Fachtagung Heimatmuseum. migration&erinnerung

Historisch-politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft

„Was bedeutet Geschichte als Quelle der Identifikation und Identität in einer Gesellschaft,
in der Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft und Kultur zusammen leben?
Wie kommt es zu einem Wir in einer solchen Gesellschaft?“

Johannes Rau, Deutscher Historikertag 2002

Jenseits reißerisch geführter Debatten werden auch die kulturpolitischen Konsequenzen des Wandels durch Migration zunehmend diskutiert. In der Einwanderungsgesellschaft sind nicht nur die Eingewanderten in der Auseinandersetzung mit der Geschichte der neuen "Heimat" gefordert, sondern auch die gesellschaftlichen Institutionen der Erinnerungsarbeit suchen nach einem kompetenten Umgang mit der historischen Vielfalt.

Fragen der kulturellen Anerkennung sind unmittelbar mit Fragen zur Erinnerungskultur verknüpft. Auch wenn die Musealisierung der Migration Konjunktur zu haben scheint, gibt es in Kontrast zur gesellschaftlichen und individuellen Relevanz der Thematik wenig empirische Studien zum historischen Erinnern im Zeichen von Migration und Globalisierung. Ein breites Themenspektrum von ›heritage dissonance‹, „exclusion - inclusion“, geteilter Geschichte gilt es zu durchdringen. Impulse für eine kritische Museumswissenschaft und der Entwicklung von innovativen Museumskonzepten und neuen Formen pädagogischer Vermittlung wollen austariert werden.
Wie verändert sich historisches Lernen in einer zunehmend und dauerhaft diversen Gesellschaft, wie wird die Geschichte von Minderheiten erforscht und präsentiert? In welchem Verhältnis steht sie zur Geschichte der Mehrheit? Gibt es eine gemeinsame Geschichte – und wie sieht sie aus? Wie sehen Heimat- und Stadtmuseen der Zukunft aus?
Seit Mitte der achtziger Jahre gibt eine wachsende Anzahl von Projekten und Ausstellungen, Kongressen und Tagungen auf regionaler und Bundesebene die sich mit der Erforschung von Migrationsgeschichte, ihrer Präsentation und Vermittlung befassen. Die Fachtagung „Heimatmuseum. Migration & Erinnerung“ stellt die Entwicklung der Diskussion in verschiedenen Fachdisziplinen dar und greift Impulse aus dem europäischen und internationalen Raum auf. Fragen zur Sammlungsarbeit werden kritisch reflektiert, Möglichkeiten der Präsentation und Vermittlungsarbeit werden anhand von theoretischen und praktischen Inputs beleuchtet. Chancen soziokultureller Ansätze und Möglichkeiten in der außerschulischen kulturellen Bildung und im Geschichtsunterricht in der Schule werden ausgelotet.
Die Fachtagung will Praktiker inspirieren und vernetzen und Argumente für kulturpolitische Entscheidungen erarbeiten.

Zielgruppen der Fachtagung

  • Historiker, Archivare und Museumsfachleute
  • Pädagoginnen und Pädagogen im schulischen und außerschulischen Bereich
  • Geschichtslehrer und Geschichtsstudenten
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Migrantenselbstorganisationen
  • Kulturwissenschaftler und Kulturpolitiker

Aktualisiert (Mittwoch, den 10. November 2010 um 20:12 Uhr)